leidenschaftliches interesse

Mittwoch, 18. November 2015

heute ist ein feiertag. "moment, was soll das denn für einer sein?", würde ich fragen, wenn ich noch in meinem heimatdorf wohnen würde. da ich aber vor ungefähr anderthalb monaten zum studieren in die großstadt gezogen bin, weiß ich mittlerweile was am achtzehnten november hier "gefeiert" wird, nämlich der buß- und bettag. in sachsen tut man das zumindest, da, wo ich herkomme eben nicht. ich wohne mittlerweile in leipzig und studiere germanistik im kernfach. nicht auf lehramt (!!) sowas ist wirklich bewunderswert, aber ich könnte das einfach nicht und muss es ja auch nicht- zum glück. viele haben mich gefragt: "wieso um himmels willen studiert man sowas und vor allem, was fängt man danach mit seinem leben und einem bachelorabschluss in deutsch an?" und um ehrlich zu sein, hab ich mir diese frage nie gestellt, weil es für mich da nichts zu überlegen gab, sondern von anfang an klar war, wohin mich dieser weg führt. ich bin es auch leid, mich dafür zu rechtfertigen, warum ich solch etwas "schwachsinniges" (es macht mich rasend!) überhaupt studiere. ich liebe die literatur. punkt. die schriften jener künstler sind es, die für mich einfach das größte erbe unser aller darstellen und somit faszinieren. gerade die deutsche sprache, als meine eigene muttersprache schätze ich wahnsinnig sehr und gleichzeitig wird mir bewusst, wie wenig ich eigentlich über sie weiß, beziehungsweise wie oberflächlich ich sie bisher genutzt habe. wenn man ein interesse für eine sache hat und es vertiefen und sein wissen darüber ausbauen will, dann sollte man sich durch nichts und niemanden hindern lassen, dies auch zu tun- so zumindest meine meinung. literatur in all ihren facetten und beispielsweise auch gattungen, seien es lyrik, dramatik oder prosa hat für mich eine so monumentale bedeutung und damit auch einen essentiellen platz in meinem leben eingenommen, sodass ich sie nicht mehr von mir abwenden will. viele dinge, sehe ich mit anderen augen oder denke zwei mal über ein und die selbe sache nach. das beginnt allein schon bei alltäglichen formulierungen, redewendungen oder satzstrukturen. vor allem aber über das große ganze. 
ich bin so dankbar dafür, dass ich genau das, was mein denken anregt und mich neugierig macht, was ich gerne im alltag anwenden, womit ich mich auch in meiner freizeit beschäftigen will, studieren darf. auch, wenn es eigentlich mein eigener verdienst war, eben aufgrund meiner leistungen in der schule und im abitur. aber es kotzt mich an, dass man wegen einer leidenschaft und dem unaufhaltsamen drang danach, sie auszuleben, immer noch so engstirnig, schief und zweifelnd angeschaut wird. dieses bachelorstudium soll die grundlage für ein weiteres masterstudium sein. es wird mich weiterbringen und prägen. ich bin mir sicher, dass ich viele dinge über mich selbst und verschiedene ansichten lernen und diese eventuell auch überdenken werde. egal in welcher hinsicht, es wird mich verändern, weil mein herz dafür schlägt.

Kommentare:

  1. Anonym01:56

    Ich finds klasse, dass du einfach studierst, was dich wirklich interessiert! Ich hab meinen Bachelor in BWL gemacht, dort meine Liebe für´s Wirtschaftsrecht entdeckt und bin jetzt im 4. Semester der Rechtswissenschaften. In beiden Studiengängen ist die Zahl an Leuten, die mit Herzblut und Leidenschaft dabei sind, echt gering. Der Großteil quält sich so durch, erwartet ein fettes Gehalt und hohe gesellschaftliche Anerkennung am Ende des Studiums. Ich finde das so traurig, dass es üblich geworden ist seinen Studiengang nicht nach Interessenlage, sondern nach beruflicher Zukunftsperspektive zu wählen. Ich bin mir sicher, du wirst deinen Weg gehen, nicht nur beruflich, sondern in jeder Hinsicht!

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    1. ganz ganz lieben dank für deinen kommentar, denn du hast verdammt nochmal recht

      xx alicia

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  2. Anonym20:10

    Das hast du toll geschrieben! Und du hast völlig recht, geh deinen Weg und mach was du selbst willst. :)
    Du hast einen tollen Blog!

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